Oberwiesenthal
Winterurlaub in Oberwiesenthal
Anfang Februar 2026 haben wir, meine Familie und ich, zusammen mit einer befreundeten Nachbarsfamilie unseren Winterurlaub in Oberwiesenthal verbracht. Wir hatten Schnee, was durchaus nicht mehr garantiert ist. Ansonsten war das Wetter hauptsächlich grau in grau, mit einigen wenigen Sonnenstunden. Der Urlaub war durchaus schön und es gab einige erwähnenswerte gastronomische Einrichtungen, Ausflüge, andere Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten in Oberwiesenthal die dazu beigetragen haben.
Panorama Hotel
Während unseres Aufenthalts in Oberwiesenthal zur Winterzeit, war unsere Unterkunft das Panorama Hotel Oberwiesenthal.
Zuerst ist über das Panorama Hotel in Oberwiesenthal zu sagen, dass es sehr gut gelegen ist. Der Ausblick auf die Skipiste ist hervorragend und das Frühstück ist für den Preis ziemlich gut. Ansonsten würde ich es eher als eine funktionale Unterkunft bezeichnen, die aber dafür auch preiswert ist. Das Hotel hat einen Raum zur Aufbewahrung der Skiausrüstung. Ansonsten gibt es eine Heizung die während unseres Aufenthalts zeitweise etwas gelärmt hat und das offensichtlich in allen Zimmern, wie meine Mitreisenden aus den anderen Zimmern, die räumlich weit voneinander entfernt lagen. Das war auch schon der einzige nicht ganz so schöne Aspekt. Der Weg vom Hotel zur Skipiste ist gar nicht mal so weit entfernt. Jedenfalls kann man das über den Hinweg so sagen. In Gegenrichtung, also der Weg von der Skipiste zurück zum Hotel, ist nämlich relativ steil. Es erfordert deshalb noch Einiges an verbleibender Kondition. Vor allem dann, wenn die Skiausrüstung mitgeschleppt werden muss.
Gastronomie
Wie schon erwähnt, hatten wir ein reichhaltiges und gutes Frühstück im Hotel. Deshalb gab es tagsüber nur Snacks am Imbiss, was bis auf eine Ausnahme auch nicht besonders erwähnenswert ist. Zu dieser Ausnahme komme ich im weiteren Verlauf noch. Die angepeilten Lokalitäten für das Abendessen waren dann aber so gut, dass wir diese jeweils mehrfach aufgesucht haben.
Basislager Fichtelberg
Wie eingangs geschrieben, war eine Einkehr zu einem Imbiss abseits der guten Abendessen, am frühen Nachmittag erwähnenswert. Das war im Basislager Fichtelberg. Das Restaurant gehört zu einem Hotel und verfügt über einen schönen Außenbereich mit einer großen Terrasse. Die Lage direkt an einem Berglift ist sehr gut und sorgt auch dafür, dass das Restaurant gut besucht ist. Das Hotel und auch das Restaurant sehen modern gegrägt, aber dadurch das es hauptsächlich aus Holz gebaut ist, wirkt es trotzdem natürlich und gemütlich. Auf der Terrasse werden kleinere, aber durchaus leckere Speisen verkauft. Die Speisen, sind ähnlich wie die Architektur des Hotels, modern, leicht aber dennoch bodenständig. Offenbar wird auch das Hotel Basislager Fichtelberg, sowie das Prijut 12 von der Familie des Bergsteigers Lutz Heinrich betrieben. Mein Nachbar hatte dort im Restaurants des Hotels die Möglichkeit sich ausführlich mit ihm zu unterhalten und hat die eine oder andere Geschichte zu seinen Expeditionen erzählt bekommen. Unter anderem wie schwierig es war die Expeditionen von der DDR aus zu starten, weil bekanntermaßen reisen schwierig war und eine Bergsteigerausrüstung für derartige Expeditionen nicht zu bekommen war. Weiter berichtete er wie sie sich trotz der Widrigkeiten, durch clevere Handwerker und viel Improvisation beholfen haben und vieles weitere mehr. Auch wenn man nicht das Glück hat, wie wir, dass Lutz Heinrich vor Ort ist und bei unserer Ankunft am Restaurant gerade die Terrasse von Schnee und Eis befreit, empfehle ich einen Ausflug zum Basislager Fichtelberg. Es ist einfach ein schönes Zwischenziel für einen Ausflug zum oder rund um den Fichtelberg.
Basislager Fichtelberg ↗Prijut 12
Das Prijut 12 ist weniger Restaurant, als Skihütte mit einfachen Speisen. Gerade weil der Ort so urig und gemütlich ist, haben wir hier zwei Abende mit Abendessen verbracht. Ein witziges Detail im Prijut 12 ist eine große Modell-Eisenbahn, die oberhalb der Tische auf einer dafür installierten Schiene an der Wand entlang fährt und auf Wunsch kleine Getränke (z.B. Shots/Kurze/alkoholfreie Getränke) liefert. Interessant ist auch, dass die Wände mit Fotos und Zeitungs- und Magazin-Artikeln von Expeditionen des Bergsteigers Lutz Heinrich geschmückt sind, dessen Familie die Hütte betreibt. Das Angebot an Speisen ist überschaubar und orientiert sich teilweise an russischen Rezepten, wie z.B. Soljanka. Die Speisen sind ganz lecker und preiswert.
Penzion - Restaurace ANNA
Unsere Ausflüge von Oberwiesenthal aus führten uns nur zum Abendessen nach Tschechien. Beim ersten Blick in das Restaurant Anna in der gleichnamigen Pension, erkennt man schon auf Anhieb welche Küche hier serviert wird. Die Inneneinrichtung ist urig und gemütlich. Alte Waschbretter und Musikinstrumente zieren die Wände und dunkle Holz-Tische und -Stühle, sowie ein Kamin den Raum. An den Wänden hängen auch viele Blech-Reklame-Schilder. Ein bunter Mix eben, der sich auch auf der Speisekarte wiederspiegelt. Die Speisen haben eines gemeinsam: Sie sind kalorienreich und die Portionen reichhaltig. Dazu auch noch relativ preiswert und sehr deftig bis süss und sahnig. Mit viel Hunger und Lust auf einen kleinen Spaziergang eine echte Empfehlung. Warum ein kleiner Spaziergang: Ich empfehle auf dem (kostenpflichtigen) Parkplatz in der Nähe von Kunstgewerbe TAULIN zu parken und den Weg über die Grenze zu Fuß zu nehmen. Der Weg mit dem Auto erfordert einen kleinen Umweg und ein Spaziergang vor und nach so reichhaltigem Essen, ist ja fast schon Pflicht.
Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten
Skigebiet am Fichtelberg
Was kann ich als Nicht-Skifahrer über das Skigebiet am Fichtelberg berichten? Auf jeden Fall keine Bewertung über die Gegenheiten zum Skifahren abgeben! Ich fahre nämlich nicht selbst Ski, sondern nur unsere Kids. Dafür kann ich aber sagen, dass die Skipiste am Fichtelberg, Ähnlichkeiten mit einer Strandpromenade aufweist. Am Rand der Skipiste führt die Vierenstraße und im weiteren Verlauf ein Promenaden artiger Weg entlang. Am Weg gibt es eine große Auswahl an Imbissen, Cafés und Restaurants, wo man sich zwischendurch und ohne langen Weg, einkehren und stärken kann. Das würde ich als großen Ortsvorteil bezeichnen und macht das Skigebiet am Fichtelberg auch für Nicht-Skifahrer, wie mich, attraktiv.
Da wir während der Berliner und Brandenburger Winter-Schulferien nach Oberwiesenthal gekommen sind, war das Skigebiet besonders gut besucht. So gut besucht, dass wir am Ankunftstag tatsächlich erstmal eine Stunde suchen mussten, dass uns eine der vielen Skiverleihe, noch Skiausrüstungen verliehen hat. Offensichtlich sind die Skiverleihe direkt vor Ort nicht ausreichend ausgestattet, für einen derartigen Ansturm. Erwähnenswert ist, dass wir nicht gleich ganz früh zur Piste gegangen sind, sondern eher am späten Vormittag. Jemand im Skiverleih bezeichnete das hohe Besucheraufkommen als “Berliner Wochen” und meinte damit den Ansturm auf die Skiverleihe und die Piste während der Winter-Schulferien in Berlin/Brandenburg.
Auch die Pisten waren gut besucht, was sich in den Wartezeiten an den Liften bemerkbar machte. Aber das hat den Kindern offensichtlich die Freude nicht genommen.
An der Talstation des Skilifts gab es eine Bühne neben der es auch einen Imbiss mit Außensitzplätzen gab. Dort fanden “Aprés-Ski” Veranstaltungen, wie z.B. DJ-Auftritte mit zig Sorten, Glühwein-Ausschank und ähnliche Events statt. Diese waren meiner Meinung nach keine wirklichen Highlights. Dann gab es aber doch eine Veranstaltung, bei der die Skipiste bei Nacht und unter Flutlicht benutzt werden konnte und die Kinder, die zuvor in den Skikursen waren, die Piste mit Fackeln hinunterfuhren. Das war dann doch etwas Besonderes.
Wanderung am Fichtelberg

Da von allen Mitgereisten nur die Kinder Ski fahren, waren wir größtenteils damit beschäftigt, Zuschauer bei den Skifahrten zu sein und an der Freilichtbühne Oberwiesenthal und Bistro Schanzenblick zu chillen. Deshalb haben wir uns auch nur an einem Tag auf den Weg gemacht, um eine Runde in der Nähe des Fichtelberg zu machen. Die Route habe ich nicht aufgezeichnet, als Anhaltspunkt hier eine kurze Beschreibung: Es war ein offizieller Wanderweg, der vom Panorama Hotel aus, in nordöstlicher Richtung startete und uns in Richtung des Fichtelbergs geführt hat. Den Gipfel des Fichtelbergs haben wir aber ausgelassen, auch wenn die Route direkt einen Wanderweg kreuzte, der zum Gipfelaufstieg führte. Wir wollten eine entspannte Winterwanderung machen und keinen “Gipfel” stürmen. Aus meiner Sicht, ist uns das mit dieser Route auch wirklich gut gelungen.

Denn unser Weg führte uns durch stark verschneite Wälder. In höheren Lagen schaffte es hier auch einmal die Sonne durch die grauen Wolken, wie auf dem Selfie von mir auf der Route zu sehen ist.
Wie schon eingangs erwähnt habe ich die Route nicht aufgezeichnet noch geplant. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass viele Routen rund um den und zum Fichtelberg genauso schön sind, wie diese. Wir wurden jedenfalls mit schönen Aussichten belohnt (vermutlich war eine davon am Amtsfelsen, wie spätere Recherchen ergeben haben). Der Weg führte auch über Rodelbahnen, über eine Skipiste (vermutlich eine Schwarze) und entlang vieler Langlauf-Loipen. An diesem Punkt kam mir der Gedanke, statt Wandern ist es sicher im Winter auch schön die Gegend mit Ski zu erkunden. Wer weiß, vielleicht schnalle ich mir früher oder später doch einmal Ski an und versuche es. Solange es keine Abfahrt von einem sehr steilen Hang ist, kann ich mich vielleicht mit der Idee anfreunden und werde vielleicht noch zum Wintersportler.

Es gab auch einige schöne Orte die wir für Pausen genutzt haben. Unter anderem die Berghütte, auf dem Bild, die ich bei nachträglichen Recherchen nicht mehr gefunden habe. Letztes Zwischenziel war das Basislager Fichtelberg, wo wir vor dem Rückweg zum Hotel noch eingekehrt sind. Das Hotel mit Restaurant liegt direkt an der Himmelsleiterhütte und den Liften am Fichtelberg. Von dort aus kann man auch mit der Seilbahn hochfahren und den Ausblick von oben genießen. Aber auch dieses Erlebnis haben wir aufgrund der Kälte und bereits einigen Kilometern Wanderweg, der hinter uns lag, diesmal ausgelassen.
Der Rückweg vom Basislager Fichtelberg führte uns auf dem gleichen Weg, zum Panorama Hotel zurück, wie wir gekommen sind.
Kunsthandwerk im Kurort Oberwiesenthal
Ein Ausflug zum Ortskern vom Kurort Oberwiesenthal war für uns eher unspektakulär. Nur die Kunstgewerbe-Läden mit den Holzarbeiten, waren wirklich interessant und den Ausflug am Ende wert. Hier gibt es hauptsächlich Räucherfiguren, Pyramiden und ähnliches aus dem Erzgebirge zu kaufen. Interessant und empfehlenswert für einen Besuch ist die Drechselerei Haberecht im Ortskern vom Kurort Oberwiesenthal, direkt am Markt. Die Preise sind verhältnismäßig hoch für Deko-Artikel. Allerdings gehört auch zur Wahrheit, dass diese Produkte von Hand gefertigt sind. Eine kleine Werkstatt mit großen Fensterscheiben, direkt im Laden beweist das. Dort gab es jede Menge Holzspäne auf dem Boden, eine Drechselbank und die vielen Holzwerkzeuge, u.a. sehr kleine Stechbeitel. Das lässt erahnen wie aufwendig die Fertigung dieser kleinen und detailreichen Kunstwerke ist.
Mir sind diese Holzarbeiten hauptsächlich als weihnachtliche Dekoration bekannt. Aber in dem Laden, gab es auch jede Menge anderer Arbeiten, für Ostern, mit Berufsbezug, für ganzjährige Deko und andere Anlässe. Auch wenn man sein Geld nicht für solche Dinge ausgeben möchte, kann man es durchaus einmal riskieren, in einem der vielen Läden in Oberwiesenthal vorbei zu schauen, um die kleinen Kunstwerke zu bestaunen.
Fazit
Oberwiesenthal ist in jedem Fall eine Reise wert. Ich war zum ersten Mal dort, es war ein geplanter Skiurlaub für die Kinder und wir hatten Glück mit dem Wetter und der Dynamik der Gruppe (Hitster und Gesellschafts-Spiele in der Hotel-Bar und der Gastronomie waren kurzweilig 🤭).
Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass der Ort und die Umgebung auch im Frühling oder im Herbst eine Reise wert sind, weil man dort offensichtlich sehr schöne Ausflüge mit Ausblick und Natur machen kann, sowie gute Gastronomie vorhanden ist.
Vielleicht mal Ausflüge mit dem E-Mountainbike? Wir werden sehen!
Für den Hochsommer kann ich mir das weniger gut vorstellen. Ich habe in der Nähe auf der Karte keine guten Badeseen entdeckt.
Auf jeden Fall wieder mit einer kleinen Gruppe, gerne mit den Nachbarn in den Skiurlaub nach Oberwiesenthal, wenn sich die Chance ergibt!